Christiania
Foto: Danhostel Copenhagen City
Eine freie Stadt entsteht
Christiania, früher Teil eines Militärkasernenareals, erstreckt sich über etwa 34 Hektar und liegt im Zentrum Kopenhagens im Stadtteil Christianshavn, nahe dem Hafen und dem Christianshavns Kanal. Im Jahr 1971 wurde das Gebiet von sogenannten Hausbesetzern, später der BZ-Bewegung, besetzt. Seitdem ist die Freistadt ein Kollektiv mit einem einzigartigen und alternativen Lebensstil, der sich vom konventionellen Stadtleben unterscheidet und eigenen Regeln und Normen folgt. 1972 wurde Christiania als soziales Experiment mit Fokus auf Gemeinschaft, Kreativität und Nachhaltigkeit bezeichnet.
Seit vielen Jahren ist Christiania eine der wichtigsten Touristenattraktionen – sowohl wegen ihrer positiven als auch ihrer kontroversen Seiten. Der besondere Stil der Christianitter spiegelt sich in den bunten, selbstgebauten Häusern und Wohnformen wider und verleiht dem Viertel eine einzigartige Atmosphäre. Graffitiverzierte Wände und alternative Kunstinstallationen prägen ebenfalls das Gebiet und schaffen eine lebendige Kulturszene. Christiania ist ein faszinierender und einzigartiger Teil Kopenhagens, der Besucher aus aller Welt anzieht, die die alternative Atmosphäre und kreative Energie erleben möchten.
Die rebellische Seite der Freistadt hat jedoch ebenfalls Aufmerksamkeit erregt. Da Christiania auf Selbstverwaltung basiert, war das Verhältnis zwischen den Bewohnern und den Behörden im Laufe der Jahre von Herausforderungen und Konflikten geprägt. Einer der bekanntesten Orte ist die Pusher Street, ein historischer Markt für den offenen Verkauf von Cannabisprodukten, der immer wieder Gegenstand von Kontroversen mit den Behörden war. Dänische Politiker haben versucht, Christiania aufgrund des Drogenhandels zu schließen, und bis Ende 2023 gab es Bestrebungen zwischen Regierung und Christianittern, die Pusher Street dauerhaft zu schließen – doch das Leben in der Freistadt geht vorerst weiter.